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Investitionskriterien eines Angel Investors

3. August 2011 18 Kommentare

Für diejenigen, die mir Ihre Business-Konzepte schicken wollen, habe ich meine Investitionskriterien mal zusammengetragen:

 

* Team

- Mindestens zwei Personen voll committed, lieber drei

- Gründer sollten sich gut ergänzen

- Mindestens ein guter Teccie, mindestens ein Branchenexperte

- Unternehmerlohn / kein Angestelltengehalt sollte bis Break Even eine Selbstverständlichkeit sein

- Ich erwarte Persönlichkeiten, Langweiler sollten woanders suchen

 

* Bewertung

- Meine Tickets liegen bei max 100k bei 3 Mio Bewertung der Company, nur in begründeten Ausnahmen drüber

- Die Bewertung sollte sich irgendwie nachvollziehen lassen

 

* Finanzplanung

- Nachvollziehbarkeit der wesentlichen Treiber des Geschäftsmodells innerhalb einer Minute wird erwartet

- Dazu braucht es gut nachvollziehbare KPIs, die sich in der Planung errechnen / überprüfen lassen

- Wenn jemand mehr als 4 Reiter in der Excel braucht, dann ist er kein Unternehmer sondern ein Berater und sollte es bleiben

- Milestones helfen bei der Strukturierung der Finanzierung

 

* Historie

- Einfache klare Historie, möglichst keine komplizierten Strukturen

- Klare und begrenzte Anteilseigner-Struktur, insbesondere keine Scheingründer und Pseudoinvestoren

- Wer meint Pseudo-Investoren zu mini-Bewertungen vorzeigen zu müssen, der sollte sich fragen warum soll der Sinner was zahlen, was andere geschenkt bekommen.

 

* Ablauf

- Mindestens zwei Leute meines Umfeldes müssen das Konzept auf Anhieb verstehen

- Ein transparenter Prozess ist zwar leider oft keine Selbstverständlichkeit, wird aber unbedingt erwartet

- Da ich selbst kein Fulltime-Investor bin, sollte akzeptiert werden, dass ich auch mal Zeit brauche oder aus Zeitgründen absagen muss

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Warum deutsche Internet-Startups Copycats sein sollten

28. Januar 2011 14 Kommentare

Wer hätte das gedacht, von mir kommt ein Plädoyer für weniger Kreativität. Aber im Ernst, wenn man die Situation im Deutschen Internetmarkt anschaut, dann ist der Schluss gar nicht so abwegig besser was zu kopieren als es komplett neu zu machen. Hier ein paar Argumente für das Kopieren:

1. Viele US-Startups verfügen über Zugang zu Know How, den Europäische Startups gar nicht haben können. Aktuelles Beispiel ist Quora. Hier kennen Ex-FaceBook Mitarbeiter die FB-Infrastruktur so gut, dass sich viele Aspekte von selbst erschließen.

2. Copycats können auch ohne exzellente Software-Ingenieure unter der Leitung von Betriebswirtlern gestemmt werden. Die spezifische Situation in Deutschland hat leider dafür gesorgt, dass zu wenig kreative Software-Ingenieure ausgebildet werden, es wandern auch so gut wie keine nach Deutschland ein. Es gibt also einen großen Wettbewerb um die wenigen echten Talente, sie werden gut bezahlt, gründen ist hier oft keine Alternative. Und Entwickler, die etwas nachbauen können was es schon gibt, sind einfacher zu finden.

3. Das Risiko-Profil im Deutschen VC-Markt verhindert, dass Investments in Grundlagen-Internettechnologien (also in nicht CopyCat-Startups) geleistet werden können. Der US-Internetmarkt zeichnet sich dadurch aus, dass er 4-15 mal größer ist (je nach Segment). Das bedeutet ein deutlich geringeres Risiko auch wenn doppelt so viele Investments im jeweiligen Bereich gemacht werden.

4. Deutsche tun sich ganz offensichtlich leichter den nicht englischsprachigen Markt zu erschließen als US-Companies. Was die Internationalisierung angeht, haben also die US-Startups wegen ihrer offensichtlich schlechteren “Execution-Skills” gar keinen Vorteil trotzdem sie früher gestartet sind, Grupon ist hierfür das beste Beispiel.

5. Copycats haben zusätzliche Exit-Option. Neben den üblichen Verdächtigen in Deutschland, ist der Kreis um die Vorbilder in US erweitert. Das ist für viele Investoren attraktiv.

Xing und Linkedin vs Facebook – ein paar Gedanken

16. Juli 2010 9 Kommentare

Haben Xing und Linkedin jeweils alleine eine Chance?

Ich fürchte alleine haben die keine Chance, vor allem Xing nicht! Schon jetzt sind viele deutsche Geschäftsleute genervt, dass sie drei Profile pflegen müssen, Xing für deutsche Geschäftskontakte, Linkedin für die internationalen Geschäftskontakte und Facebook für meist Privatkontakte. Das geht so weit, dass international aufgestellt Nutzer in letzter Zeit vermehrt XING verlassen und ihre Deutschen Kontakte auf FB oder Linkedin verweisen. Auch wandert die Aktivität verstärkt zu Facebook, da ist einfach mehr los.

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