Gründer aus der Hölle
In einem älteren Artikel hab ich mal über Investments geschrieben in die ich nicht investieren würde. Es gibt aber auch eine Menge gemachte Investments bei denen die Investoren nicht so recht zufrieden sind, oft wegen dem Verhalten der Gründer. Hier mal ein paar Beispiele:
Gründer, die nur bei der Gründung dabei sind und dann verschwinden (und dann manchmal bei den Finanzierungsrunden immer mal wieder auftauchen) – Das ist eine interessante Masche von Leuten, die oft schon mal was gemacht haben und ihren guten Namen in Gründungen reinschreiben lassen und natürlich auch Shares beanspruchen ohne groß was zu leisten. Kommt derzeit recht oft vor.
Gründer, die den Karren hinschmeißen wenn es anstrengend wird - Das Leben bietet ja eine Menge Alternativen. Wenn die gegründete Company anstrengend wird, kaum noch Geld da ist und es jede Menge guter Jobs in interessanten Companies gibt, warum soll man sich denn beweisen, zeigen dass man es drauf hat.
Gründer, die auch bei den allerschlimmsten Zahlen noch behaupten, dass alles super läuft – “Es läuft alles super”, “Wir drehen es gerade”, “Ist alles nur eine leichte Verzögerung”, es werden nur Positiv-Nachrichten gesendet obwohl dringend Hilfe gebraucht wird oder dringend Geld gespart werden muss. Das Eingestehen der eigenen Fehlbarkeit ist unangenehm. Am besten man gesteht es sich gar nicht erst ein. Ziehen die Investoren dann mal die rote Karte, dann ist es einfach ihnen auch die Schuld zu geben.
Gründer, die ein bisschen zu viel an die nächste Finanzierungsrunde glauben - Geld ausgeben ist leicht, insbesondere wenn alles was mit dem Geld gekauft wird als sinnvoll erscheint. Neues Geld kommt ja sicher rein. Und was wenn nicht? Oder “noch nicht” weil Investoren noch ein bisschen mehr sehen wollen?
Gründer, die beratungsresistent sind – Geht oft einher mit den vorangegangenen Punkten. Zitate wie “das ist doch kein SEO-Thema”, “Wir haben super Echo von potentiellen Investoren”, “Wir brauchen jeden Mann, auch wenns Geld knapp wird”, “Das Management kann sich grad nicht ums Produkt kümmern” hört man in diesem Zusammenhang gerne.
Freu mich schon auf die Kommentare, hab bestimmt nicht alles in der Liste stehen. Vieles stand ja schon in meinen vorherigen Artikeln zum Thema Gründungen und Gründer.
Hast Du grade ein Fehlinvestment gemacht?
Laut Uncyclopedia.org (Satire; rankt derzeit auf Platz 1 für “Beratungsresistenz”) ist Beratungsresistenz eine psychische Krankheit. Könnte man durchaus so sehen… Denn Beratung ist vor allem bei einer Gründung meiner Meinung nach elementar wichtig. So kann eine Stunde gute Beratung erfahrungsgemäß ggf. durchaus das vermitteln, was man sonst nur über Jahre in der Praxis lernen kann. Dieses Wissen kann einem dann teuere Fehler sowie viel Ärger ersparen, vielleicht sogar den Geschäftserfolg bedingen.
Ich selbst habe einen beratungsresistenten Gründer kennengelernt. Sein Unternehmen, rund 4 Jahre alt, wird 2010 wahrscheinlich nicht überleben.
Jedes Investment ist ein Fehlinvestment bis ich mein Geld zurück habe :-)
Aber im Ernst: meine erste Investments waren zu zaghaft. Zu kleine Tickets was dazu geführt hat, dass ich mich nicht gekümmert habe. Die anderen Investoren natürlich auch nicht.
Viele vergessen halt, daß “selbständig” heißt selbst und ständig zu arbeiten. Ich hab auch schon das eine oder andere Mal überlegt irgendwo bissel Geld reinzuschießen. Ich habs immer sein lassen. Sollen die Leute mit dem anfangen was sie haben und lieber erstmal kleinere Brötchen backen als gleich so zu tun als wären sie Warren Buffett persönlich.