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Schwächen von SEOs (auch von guten)

28. Dezember 2009

Das Gute an der Urlaubszeit, man denkt auch mal über grundsätzlichere Dinge nach und liest auch mal in alten Emails. So kam mir eine Korrespondenz in die Finger in der sich ein verunsicherter SEO über einen Kunden wundert, den ich wiederum als recht flexibel kenne. Ich vermute das Wundern war gegenseitig. Es ist also so, dass auch Kunden von guten SEOs nicht immer total zufrieden sind. Woran das liegt, mir sind die folgenden Gründe aufgefallen:

* Probleme das Potential zu vermitteln
Ich kenne eine Menge Seiten, die von guten SEOs betreut werden, und trotzdem ist die Entwicklung in Richtung besseres SEO kaum zu sehen. Die zuständigen SEOs dazu befragt kommen Aussagen wie „Budget zu klein“, „Setzen nichts um“, „Ansprechpartner wechseln dauernd“. Wenn das so ist, dann ist es ganz offensichtlich, dass der SEO seinen Kunden nicht überzeugt. Das kann viele Ursachen haben, aber die Reaktion vieler Agenturen fällt ähnlich aus. Bloss nicht zu viel Wind machen, sonst merken die, dass die Tausende von EUR ineffektiv einsetzen.

* Mensch zu Mensch Problem
Der oft etwas introvertierte SEO und die Online-Marketing-Labertante, die ständig Powerpoint-Slides braucht um sich bei der Geschäftsleitung zu präsentieren. An dieser Kombination sind schon viele Geschäftsbeziehungen gescheitert. Der Unwille einiger SEOs wenigstens seine Person für die Verbesserung der Kommunikaton mit den Kunden einzustellen überrascht doch immer wieder.

* Dimensionsprobleme / Probleme das Potential zu erkennen
Ich bin immer wieder überrascht mit wie kleinen Budgets zum Teil sehr große Kunden betreut werden. Klar, dass man dann nicht mehr viel machen kann.

* Tendenz zum grenzwertigen Link
Immer wieder findet man Links, die man lieber nicht hätte. Oft steckt leider die Agentur dahinter. Ist wahrscheinlich nicht einfach zu vermitteln, dass man mal einen Monat nur sehr wenige Links bekommen konnte.

* Probleme das Unternehmen und das Produkt zu verstehen
Erstaunlich aber wahr. Bei einigen Seiten wundert es mich zB woher die neuen Links kommen, wenig thematisch, kein virales Potential, nirgendwo Überraschendes. Auch die Veränderungen onsite überraschen dann oft: halbherzige Verbesserungen, plötzliches Auftauchen von Doorwaypages oder sonstigen Near Duplicate Seiten sprechen dafür, dass der Draht zum Kunden oder zum Produkt einfach noch nicht da ist. Einige Seiten brauchen eben mehr als nur SEO-Beratung, da muss an der Usability gearbeitet werden, Funktionen müssen verbessert werden. Wenn dann der SEO nicht vermitteln kann, dass es nicht mehr als nur um SEO geht, kommt nicht mehr das raus was könnte.

Fazit
Die Arbeit eines SEO wird immer komplexer, er muss sich um Reportings, Usability, Strategie und neue Features kümmern können und dazu auch noch kommunizieren können. Das bedeutet wohl auch, dass es für Einzelkämpfer in der Beratung immer schwieriger wird.

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  1. 28. Dezember 2009, 12:39 | #1

    Du sprichst hier in der Tat ein aktuelles SEO-Problem an: SEO-Consulting besteht heute nur noch zum kleineren Teil aus klassischer SEO-Arbeit, der größte Aufwand fällt an für Themen, die schon fast unter Strategie- oder Change-Management-Beratung zu verbuchen wären. Ich hatte eben erst wieder den Fall, dass die Keyword-Analyse gezeigt hat, dass das Unternehmen sein Produkt ganz anders verkaufen muss. Zudem muss der SEO viel zu oft erstmal das (ohne SEO-Beratung ausgewählte) CMS halbwegs suchmaschinentauglich bekommen – und das im Spannungsfeld zwischen Geschäftsleitung, interner IT-Abteilung und externem Technikdienstleister. Deshalb muss ein guter SEO eben auch technisch versiert sein, strategisch denken können und gut kommunizieren können.

  2. 14. März 2010, 16:21 | #2

    Beides gut und aus der Praxis – Thema und 1. Kommentar. Ich kann beiden zur zustimmen.

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