Macbook für 49 EUR
Alle paar Wochen langweilen Online-Medien ihre Leser mit Artikeln über Fehler bei Online-Versandhändlern, diesmal ist es ein Macbook für 49 EUR, das die Gemüter einiger Klugscheißer, Psychopathen und Online-Journalisten erregt. Interessant, dass der eigentliche Nachrichtenwert dieses Themas nirgendwo thematisiert wird, dass sich Medien für so einen Scheiß hingeben, und dass das Netz anscheinend das Schlechte in vielen Menschen freilegt.
Als Betreiber eines Preisvergleiches hat man mit derartigen Problemen recht oft zu tun, ist doch das Handhaben von Herstellerartikel- und EAN-Nummern anscheinend recht fehleranfällig. Durch die Automatisierung der Prozesse, werden derartige Fehler meist zu spät bemerkt.
In der realen Welt würde jeder normale Mensch den Kaufmann seines Vertrauens lächelnd auf einen Fehler bei einem falsch gesetzten Komma hinweisen ohne auch nur eine Sekunde daran zu denken sich hieraus einen Anspruch abzuleiten. In der Online-Welt werden aber anscheinend entweder eine Menge normaler Menschen zu Psychopathen oder die Psychopathen mobilisieren sich online besonders gut.
Fakt ist, sollten Klagen gegen den Online-Händler Erfolg haben, dass alle anderen Kunden das Schnäppchen dieser wenigen Personen finanzieren.
In dem Fall der Macbooks für 49 EUR hat der betroffene Versandhändler bereits generös reagiert. Jeder Besteller bekam einen Gutschein über 100 EUR und jeder 50ste Besteller wurde per Verlosung mit einem Macbook bedacht.
Ich drücke Otto beide Daumen, dass sich keiner der Kläger auch nur ansatzweise durchsetzt.
Martin, du sprichst mir aus der Seele. Welch arme Seele muss man sein, hier zu klagen? Nur weil es ein Konzern ist, der den Fehler macht, ist es einigen Menschen anscheinend egal, wie dieser den wirtschaftlichen Schaden wegsteckt. Auch ich hoffe, dass Gerichte diesem einen eindeutigen Riegel vorschieben. Wenn nein, bekommen wir irgendwann US-Verhältnisse. Dort traut der Staat bekanntlich seinen Bürgern überhaupt keine Mündigkeit mehr zu und zahl enorme Schadenersatzsummen für dümmste eigene Fehler.
Ich erinnere mich an ein frisches Urteil eines deutschen Gerichts: Ein rückgratloser Mensch klagte gegen einen Gastronom, weil im Kirschkuchen ein Kirschkern war. Ein Teil des Zahnes platze ab. Gericht: Sein Pech. Wer Kirschkuchen bestellt, weiß dass Kirschen drin sind und weiß, dass dies Steinobst ist, ergo Kerne enthalten kann.
In USA undenkbar.
Back to topic: Es wird nie MacBook Airs für 49 Euro geben. Punkt. Und die 100 Euro von Otto finde ich auch mehr als großzügig. Die hätte ich z.B. den Bestellern nicht gegeben. Warum auch?
Wenn alle anderen Kunden das Schnäppchen weniger Personen finanzieren nennt man das doch “Entertainment Shopping”, oder? Dennoch hat sich die Aufregung für viele der “Schnäppchenverrückten” doch irgendwie gelohnt – immerhin haben sie 100 EUR mit ihrer Spaßbestellung “verdient”. Für das Versandhaus war es jedenfalls ein teurer Patzer, gerade wenn der große PR-Effekt in den klassischen Reichweitenmedien am Ende ausbleibt. Aber was soll’s, besser “Otto”-Normalverbraucher auch mal etwas gönnen, statt an einer vertrockneten “Quelle” zu pumpen. ;-)
Eben drum: “Warum auch?”
Es gab lediglich eine Bestellbestätigung für die Kunden. Der Auftrag wird regulär erst mit einer separaten Auftragsbestätigung (so sagt der Name bereits) oder aber der Auslieferung der Ware angenommen. Mittlerweile gibt es scheinbar wirklich immer mehr Schmarotzer, die dank Twitter und Blogosphäre sehr kurze Kommunikationswege haben und all das mitnehmen, was möglich ist. Und anstatt jetzt mit den 100 geschenkten Euro zufrieden zu sein, die ihnen schon nicht zustanden, wird bis aufs Mark gebohrt. Dort ist echt ein krankhaftes Verhalten zu beobachten.
Hier wurde geschrieben, dass der Fehler auf den “Konzern” zurückgeht. Letzterer hat aber sicherlich auch einen Zuständigen für das Notebook-Sortiment…
Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an eine News vor einigen Wochen, wo sich ein Foxconn Mitarbeiter das Leben genommen hat, weil er im Auftrag seines Chefs von Arbeitakollegen misshandelt wurde und nebenbei illegal seine Wohnung durchsucht wurde. Grund: Er wurde beschuldigt einen von 16 Prototypen des nächsten iPhones veruntreut zu haben!